Monatsarchive: Oktober 2010

Keyworddichte

Keyworddichte

Keyworddichte (Suchwortdichte) ist ein Begriff, der vor allem in den Anfangsjahren der  Suchmaschinenoptimierung (SEO) große Bedeutung hatte. Die Keyworddichte sagt aber noch zu wenig über ein Dokument oder einen Dialog aus.

Schlüsselwörter alleine reichen nicht für Relevanz

Erfahrene Suchmaschinenoptimierer praktizieren differenzierte Ansätze bei der Texterstellung: TF-IDF (oft auch als WDF*IDF bezeichnet) ist ein Verfahren zur Analyse. Um die Keyworddichte hinsichtlich Web und Content-Analyse soll es auf dieser Website jedoch nicht in erster Linie gehen. Interessant ist vielmehr, wie Schlüsselbegriffe zu einem (noch ein Schlüsselwort unserer Zeit) Narrativ werden bzw. ein Narrativ in die Welt setzen können.

Ganz gleich, welchen Themenbereich wir uns ansehen: Die Verdichtung von Keywords hat zur Folge, dass sich Themen ergeben. Ein Hauptkeyword markiert das Thema. Proofkeywords bestätigen den Themenbereich. Beispiel:

Nehmen wir zur Erklärung von Keyworddichte „Ich interessiere mich für Kunst.“ Das Keyword dieser Aussage ist Kunst. Bis hierhin sagt der Satz noch wenig über den Sprecher oder Schreiber aus. Es könnte sein, dass jemand einmal in der Woche das Feuilleton oder die Theaterkritiken liest. Und damit zufrieden ist. Wenn wir mehr über den Zusammenhang erfahren wollen, in dem hier von Kunst die Rede ist, benötigen wir zusätzliche Schlüsselbegriffe. Warum? Weil es für dieses Hauptkeyword mehrere Optionen der Interpretation gibt. Ein Text wird keineswegs eindeutig, wenn (wie das bei der Methode mit der Suchwortdichte früher getan wurde) das Hauptkeyword häufig wiederholt wurde. Auch wenn ich einen Schlüsselbegriff ohne Erläuterung noch so oft wiederhole, steigt dadurch der Aussagegehalt des Textes nicht.

Proofkeywords zeigen Kontext und Richtung des Textes

Proofkeyword ist ein Synonym von Nebenkeyword. Es sollte eigentlich nicht Nebenkeyword heißen, sondern eher Präzisierungsbegriff. Denn Eindeutigkeit ist das Kernthema bei guten Texten. Es sei denn, wir reden von Dada und erfreuen uns an der Wildheit eines Textes, der in alle Richtungen geht und uns einen angenehmen Schwindel beschert.

Gehen wir also von folgender Prämisse aus: Alle hier beschriebenen Texte sollen dazu führen, dass die Leser nachdenken, ihre Ansichten entweder verändern oder bestätigen oder ihren Horizont erweitern. In jedem Fall benötigen wir hierzu den Sinnzusammenhang. Sonst entsteht ein durchweg sinnloser Text. Sehen wir uns das oben erwähnte Keyword Kunst näher an:

  • Wer sich für Kunst interessiert, könnte Kunsthändler sein.
  • Oder selbst Maler und Bildhauer.
  • Oder ein Student.
  • Oder Buchautor.
  • Oder Restaurateur
  • Oder Agent einer Versicherung

Ein Hauptkeyword (wenn es kein extrem selten verwendeter Begriff ist) eignet sich somit nicht zur Herstellung eines Textes. Schnell ist sichtbar, dass Keyworddichte bzw. Suchwortdichte allein zu wenig über einen Text und den Menschen aussagt, von dem der Text stammt. Wie also können wir einen Text schnell eindeutig interpretieren, also die Intention des Herausgebers erfragen? Wir erkundigen uns nach weiteren Indizien für die Absicht des Schreibenden oder Redenden.

Wir fragen im Zweifelsfall: Wie ist das Keyword in diesem Zusammenhang zu verstehen? Und so suchen wir nach weiteren Schlüsselwörtern, die das Hauptschlüsselwort in einen Kontext setzen. In der Suchmaschinenoptimierung sehen wir hier oft das – ja, schon wieder – Keyword Proofkeyword bzw. Nebenkeyword.

Ein Proofkeyword präzisiert die Textaussage, indem es dem Hauptkeyword die Richtung gibt, in die wir beim Erfassen des Textes oder beim Einstieg in einen Dialog gehen sollten.

Suchwortdichte bei gesellschaftlichen Themen

Keywords spielen auch in der Gesellschaft und der Politik eine große Rolle. Sie geben der berühmten Sau, die durchs Dorf getrieben wird, den Namen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar